Nachlese der 13. Jahrestagung der DGPSF

Die diesjährige Jahrestagung der DGPSF fand vom 20. bis 21. Mai in der Psychosomatischen Klinik Bad DĂĽrkheim statt.  Der Tagungspräsident Claus Bischoff und sein Team haben ein sehr gelungenes Programm umgesetzt, welches thematisch auf die wichtige Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinisch praktischer Anwendung ausgerichtet war.

Mehr als 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen ergaben ein interessiertes und sehr diskussionsfreudiges Auditorium, sowohl fĂĽr die Symposien als auch die wieder ausgesprochen interessanten Workshops.

Die Vorträge am Freitag, die von Harald Traue zusammengestellt und moderiert wurden, waren auf einem wissenschaftlich sehr hohem Niveau angesiedelt und begeisterten mit neuen Erkenntnissen zum Einfluss positiver Emotionen auf die Schmerzverarbeitung bei der Fibromyalgie (Sandra Kamping, Mannheim), sehr interessanten Daten zum Zusammenhang zwischen der posttraumatischen Belastungsstörung und chronischem Schmerz (Alexandra Liedl, Berlin) sowie ganz aktuellen Daten und Ergebnissen aus der bildgebenden Forschung, die eine Schmerzhemmung auf Rückenmarksebene durch Placebo-Effekte nachweisen (Falk Eippert, Hamburg/Oxford). Das Konzept der jedem Vortrag zugeordneten „Klinischen Diskutanten“ ermöglichte eine außergewöhlich angeregte Diskussion.
Da der Vortrag von Fr. Richter aus KrankheitsgrĂĽnden leider entfallen musste, wurde der Vortrag von Claus Bischoff zum Thema „Reha oder Rente“ vorgezogen. Vorgestellt wurde ein sehr ĂĽberzeugendes Konzept zur sozialmedizinischen Beratung fĂĽr Patienten mit chronischen Schmerzen, die (Reha vor Rente) fĂĽr Kliniken wohl mit zu den am schwierigsten  zu versorgenden Gruppen zählen.
Abends wurden wir dann im „Dürkheimer Fass“ mit regionalen Köstlichkeiten verwöhnt und mit einem sehr humorigen mundartlichen Beitrag des „Mannemer Bloomauls“ Prof. Schwörer unterhalten.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Psychosomatischen Rehabilitation. Katrin Bernardy (Blieskastel) referierte in gewohnt kompetenter Art über Zusammenhänge zwischen Traumatisierung und Bewältigungsfertigkeiten bei Patienten mit Fibromyalgie. Martina Hartman (Waren) hat anschließend von ihren Erfahrungen in der multimodalen Behandlung berichtet. Das Team der AHG-Klinik aus Bad Dürkheim (Fr. Adam und Hr. Schmädeke) stellten danach ein sehr interessantes Projekt zur Förderung der Selbstregulation des Verhaltens vor, bei dem Handheld-Computer als Unterstützung eingesetzt wurden.
Insgesamt war es eine sehr gelungene Tagung, die aufzeigt, wie es möglich ist, eine Verbindung zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung zu schaffen. Sie zeigt zudem erneut, wie es der DGPSF in den letzten Jahren gelungen ist, ihre Jahrestagungen auf ein hohes wissenschaftliches, an aktueller Forschung orientiertes Niveau anzuheben und dabei die klinische Relevanz im Zentrum zu halten.

Herzlichen Dank an Claus Bischoff und sein Team!

Die pdf-Versionen der Beiträge werden demnächst im Mitgliederbereich dieser Homepage abrufbar sein.