PSYCHOLOGIE: RECHTZEITIG! DEM SCHMERZ KEINE CHANCE

UMDENKEN IN DER GESELLSCHAFT:
JEDER KANN ETWAS GEGEN SEINE SCHMERZEN TUN

Psychologische Schmerztherapie unterstĂĽtzt Patienten in ihrer Selbstwirksamkeit

11. DGPSF-TAGUNG, UNIVERSITĂ„T HAMBURG, 12. JUNI 2009.

Pille schlucken – fertig aus? Schmerzmittel gehören laut Arzneimittelverordnungs-Report 2008 zu den verordnungsstärksten Arzneimitteln mit gestiegenem Verbrauch. Die Auswirkungen der Krise, Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes und die sich verändernden Anforderungen des Alltags lassen weitere Zunahmen erwarten.

SCHON BEI AKUTSCHMERZ: PSYCHOTHERAPIE VERMEIDET CHRONIFIZIERUNG

Die Ergebnisse aus der psychologischen Schmerzforschung bieten neue Chancen für betroffene Schmerzpatienten. Gerade Patienten mit Akutschmerz kann durch eine frühzeitige Behandlung viel Leiden erspart werden kann. Schmerz ist ein biopsychosoziales Geschehen. „Eine ganzheitliche und früh einsetzende Therapie, die schon im Stadium des Akutschmerzes den Patienten aktiv in die Bewältigung der Erkrankung mit einbezieht, hat demnach die größten Chancen, eine Chronifizierung zu vermeiden“, erklärt DGPSF-Präsident Professor Michael Pfingsten von der Universität Göttingen.

MAN KANN SELBER ETWAS TUN!

Die wenigsten wissen, dass gerade sie selbst etwas gegen ihre Schmerzen tun können. Gründe für diesen Missstand sind ein Mangel an Information und die herrschende Vorstellung: „Die anderen sind verantwortlich für meine Krankheiten, ich geh mal zum Arzt, der muss es richten….“ Hier muss ein Umdenken geschehen. „Je begrenzter die Mittel im Gesundheitswesen werden, desto wichtiger ist es, die Selbstwirksamkeit zu aktivieren – also das, was jeder selber tun kann, um gesund zu werden“, so Frau Dr. Regine Klinger, Tagungspräsidentin und Leiterin der Hochschulambulanz Verhaltenstherapie an der Universität Hamburg. Die neuesten Ergebnisse aus der psychologischen Forschung zeigen, dass Schmerzpatienten, die aktiv in die Therapie einbezogen werden, weniger oft und weniger starke Schmerzattacken haben.

PAIN OR NOPAIN? WIE VIEL SCHMERZ LASSE ICH ZU?

Gerade beim Übergang von Akutschmerz zu Chronischem Schmerz spielen vor allem psychologische Faktoren eine entscheidende Rolle: Welche Perspektiven entwickelt der Patient in Bezug auf seine Zukunft, wie stark sind sein Wille und seine Überzeugung, sich selbst zu helfen und aktiv in die Schmerzbewältigung einzugreifen? Oder werden stattdessen seine Ängste stärker, fühlt er sich selbst nur als Opfer und wartet passiv auf Hilfe von außen? Angst vor Schmerz löst den Schmerz aus. Ein Teufelskreis.

SCHMERZBEWĂ„LTIGUNG BEGINNT IM KOPF: ZEITFENSTER EINHALTEN

Die Verhaltenstherapie bietet Selbsteffizienz- und Kompetenzsteigerung im Umgang mit der Erkrankung und eine damit einhergehende Schmerzreduktion. Rechtzeitige psychologische Schmerztherapie hilft, damit der Schmerz sich nicht verselbstständigt.
Aber: Das Zeitfenster sollte eingehalten werden – für Patient und Volkswirtschaft.

Kontakt:
Dr. Regine Klinger, Vizepräsidentin der DGPSF
Universität Hamburg, Leiterin der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz
Verhaltenstherapie/Fachbereich Psychologie
Von-Melle-Park 5, 20146 Hamburg
T 49(0)40-428-38-53 74 (Anrufbeantworter)
M +49 (0)176-22 60 12 83
F +049-40-428-38-60 72
E-Mail: rklinger@uni-hamburg.de
Web: www.vt-ambulanz.uni-hamburg.de