Arbeitskreis "Tumorschmerz“ der DGPSF

Dipl.-Psych. Kerstin Hafenbrack
k.hafenbrack@web.de

Dipl.-Psych. Karin Kieseritzky
karin.kieseritzky@web.de

PD Dr. Regine Klinger
r.klinger@uke.de

Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc
y.nestoriuc@uke.de

Dr. Christina Rosenberger
c.rosenberger@uke.de

Prof. Dr. Frank Schulz-Kindermann
schulzk@uke.de

 

Der Arbeitskreis hat sich intensiv mit der Frage schmerzpsychologischer Interventionen bei onkologischen Patienten befasst und dazu ein Review in Der Schmerz veröffentlicht:

„Schmerzpsychologische Interventionen bei onkologischen Patienten: Ein systematisches Review zum aktuellen Stand der Forschung“
Kühne, F., Meinders, C., Mohr, H., Hafenbrack, K., Kieseritzky, K., Rosenberger, C., Härter, M., Schulz-Kindermann, F, Klinger, R & Nestoriuc, A. Y. (2016). Schmerzpsychologische Interventionen bei onkologischen Patienten. Der Schmerz, 30(6), 496-509.

Spezielle Schmerzpsychotherapie bei Krebsschmerzen

Schmerz ist ein häufiges und oft stark beeinträchtigendes Problem bei Krebspatienten und Krebs-Überlebenden. Schätzungen zufolge erleben 50% bis 90% aller Krebspatienten Schmerzen, ca. 25% der Patienten mit einer neu diagnostizierten Krebserkrankung und um 60% bis 90% der Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung.

Da die Ursachen von Krebsschmerzen meist ausschließlich biologischen Faktoren (krankheitsbedingt, krankheitsassoziiert oder behandlungsbedingt) zugeschrieben werden, und die Schmerzen in der Regel medizinisch behandelt werden, ziehen Patienten und Behandler die potenziellen Vorteile einer ergänzenden speziellen psychologischen Schmerztherapie selten in Betracht, obgleich die Wirksamkeit der speziellen Schmerzpsychotherapie, vor allem der Einsatz kognitiv-verhaltenstherapeutischer und hypnotherapeutischer Verfahren, auch bei Tumorschmerzen empirisch gut belegt ist.

Interventionen der speziellen Schmerzpsychotherapie zielen auf die Behandlung krankheits- und schmerzbedingter psychischer Beeinträchtigungen und deren Wechselwirkungen mit dem Schmerzerleben, Schmerzedukation und auf die Vermittlung aktiver Schmerzbewältigungsstrategien ab.

Es fehlt an einer flächendeckenden interdisziplinären Versorgung für Patienten mit Tumorschmerzen besonders im Bereich Palliativmedizin unter Einbeziehung der speziellen Schmerzpsychotherapie.

Die spezielle Schmerzpsychotherapie fĂĽr Tumorschmerzen hat in Fort- und Weiterbildungen im Bereich Palliativmedizin (Palliative Care), Psychoonkologie und Tumorschmerztherapie bislang nur geringen Stellenwert.

Ziele der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe "Tumorschmerz-Psychotherapie" der DGPSF verfolgt folgende Ziele:

  1. Sensibilisierung für die Wirksamkeit spezieller Schmerzpsychotherapie bei Tumorschmerzen zur Förderung flächendeckender interdisziplinärer Therapiekonzepte unter Einbeziehung der speziellen Schmerzpsychotherapie.
  2. Einbeziehung der speziellen Schmerzpsychotherapie in Fort- und Weiterbildungen fĂĽr Psychoonkologie, Palliativmedizin, Tumorschmerztherapie
  3. Informationsmaterialien fĂĽr Patienten