Arbeitskreis "Kinderschmerz-Psychotherapie" der DGPSF

T. Hechler
M. Dobe

Prof. Dr. Tanja Hechler, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
FB I - Abt. fĂĽr Klinische Psychologie und Psychotherapie
des Kindes- und Jugendalters
Universitätsring 15
54286 Trier
Tel: 0651 – 201 – 4350
Tel (Sekr.): 0651 – 201 – 4351
Fax: 0651 – 201 – 4352
E-Mail: hechler@uni-trier.de
Web: www.uni-trier.de/index.php?id=48113

Dipl. Psych. Michael Dobe, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
Deutsches Kinderschmerzzentrum
Vestische Kinder- u. Jugendklinik Datteln 
Dr.-Friedrich-Steiner Str. 5 
D-45711 Datteln 
Tel. +49 2363 975-180 
Fax +49 2363 975-181
M.Dobe@kinderklinik-datteln.de

  • Kinder- und Jugendpsychotherapeut auf der Psychosomatische Station „Leuchtturm“ mit Schwerpunkt Kinderschmerztherapie
  • Leitung Psychologische Supervision, Aus-, Fort- und Weiterbildung
  • Erstellen von Ratgebern und Therapierichtlinien fĂĽr Betroffene, deren Familien sowie Therapeuten

Weitere Mitglieder

  • Dipl.-Psych. Rebecca Hartmann, Psychologische Psychotherapeutin
  • Dipl.-Psych. Uta Damschen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
  • Dipl.-Psych. Anna-Lena Tietze
  • Maximiliane Hamann (M.Sc. Klinische Psychologie)
  • Dipl.-Psych. Michael Otto
  • Dipl.-Psych. Dr Lea Höfel

 

Das Problem chronischer Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Chronische Schmerzen sind im Kindes- und Jugendalter mit einer Prävalenz von 30-50% sehr häufig. Etwa 8% aller Kinder und Jugendlichen (im Folgenden: Kinder) berichten, dass ihre Schmerzen stark und beeinträchtigend sind. Bei etwa 2-3% der Kinder sind die Beeinträchtigungen infolge chronischer Schmerzen so hoch, dass negative Konsequenzen wie starke schmerzbezogene Lebensbeeinträchtigung, häufige Schulfehltage und emotionaler Stress sowohl fĂĽr das Kind als auch fĂĽr die Familie die Folge sind. Eine Untersuchung zur Epidemiologie von Anhaltenden Somatoformen Schmerzstörungen (diagnostiziert nach den Kriterien des DSM-IV) an 14-24 Jährigen fand eine Prävalenz von 1,5% in Deutschland. 

Die Beeinträchtigungen durch chronische Schmerzen auf der einen sowie eine erhöhte emotionale Belastung auf der anderen Seite beeinflussen und verstärken sich dabei gegenseitig, wie verschiedene Studien bei betroffenen Kindern und ihren Familien zunehmend zeigen. Die Eltern oder Bezugspersonen der Kinder sind häufig emotional stark belastet und neigen zu Reaktionen auf die Schmerzen, die den Teufelskreis der Schmerzen zusätzlich verstärken können. Die schmerzbezogenen Beeinträchtigungen werden auch durch inadäquate schmerzbezogene Copingstrategien, katastrophisierende schmerzbezogene Gedanken und fehlende Selbstwirksamkeit bei bestehenden Schmerzen der Kinder negativ beeinflusst. 

Trotz dieser alarmierenden Zahlen und Fakten ist die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit akuten und chronischen Schmerzen in Deutschland immer noch mangelhaft. Dies ist umso unverständlicher, als dass chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter bis ins Erwachsenenalter persistieren. Auch die Kosten, die mit einer Chronifizierung einhergehen stellen ein ernst zu nehmendes gesellschaftliches und ökonomisches Problem dar. 

Weder im Medizinstudium oder in der Facharztausbildung noch im Psychologiestudium oder in der Psychotherapeutenausbildung sind bisher entsprechende Curricula in ausreichender Form aufgenommen worden. Auch fehlt es in Deutschland flächendeckend an Versorgungsstrukturen fĂĽr chronisch schmerzkranke Kinder. 

Ziele der Arbeitsgruppe:

Aus diesem Grunde verfolgt die Arbeitsgruppe „Psychologische Schmerztherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ der DGPSF folgende Ziele:

  1. Verdeutlichung der besonderen BedĂĽrfnisse von Kindern sowie deren Familien mit chronischen Schmerzen und schweren chronischen Erkrankungen.
  2. Bereitstellung einer Informationsplattform fĂĽr Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und Psychologische PsychotherapeutInnen.
  3. Anlaufstellen und Adressen
  4. Update über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin.

 

Verdeutlichung der besonderen BedĂĽrfnisse von Kindern sowie deren Familien mit chronischen Schmerzen und schweren chronischen Erkrankungen

Kinder mit chronischen Schmerzen bekommen von vielen Seiten unterschiedlichste Meinungen, Diagnosen  und Behandlungsvorschläge zu hören. Häufig haben sie schon Vieles ausprobiert, aber noch keine ausreichende Veränderung der Schmerzen erreicht. 

In dieser Situation ist es fĂĽr Kinder und Jugendliche wichtig,

1. ernst genommen zu werden:

  • In den Anamnese- und Behandlungsgesprächen sollen die Kinder in dem MaĂź zu Wort kommen, wie sie ĂĽber ihre Schmerzen und ihre Lebensumstände berichten möchten/können, auch wenn die Eltern die Situation anders wahrnehmen. 
  • Kinder und Jugendliche benötigen Erklärungsmodelle fĂĽr chronische Schmerzen, die altersentsprechend formuliert und dadurch fĂĽr Kinder und Jugendliche verständlich und nachvollziehbar sind. Dabei ist es wichtig, die Kinder und Jugendlichen von Schuldzuweisungen (z.B. „Du simulierst doch nur!“) zu entlasten.
  • Von Anfang an sollte soll durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen (u.a Ă„rzte, Psychologen, Kinderkrankenschwester, Physiotherapeut) der Einfluss verschiedener Faktoren (somatische, psychische, soziale EinflĂĽsse) berĂĽcksichtigt und in einem multimodalen Behandlungsplan umgesetzt werden.


2. dass das familiäre und soziale Umfeld, in dem die Kinder leben, in die Behandlung einbezogen werden:

  • Da Kinder und Jugendliche noch nicht selbst entscheiden können, ist es von groĂźer Bedeutung , insbesondere die Eltern, aber auch andere Familienmitglieder darĂĽber zu informieren, wie sie mit Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen umgehen und sie in ihrer eigenständigen Schmerzbewältigung unterstĂĽtzen können.
  • Familienangehörigen, Freunden und Lehrern sollen Informationsmaterialen zur VerfĂĽgung gestellt werden, mit deren Hilfe die das Kind in einer aktiven Schmerzbewältigung besser unterstĂĽtzen können.


3. dass auch die Eltern UnterstĂĽtzung und Beratung erfahren:

  • Auch Eltern geraten durch Schmerzen ihres Kindes in eine schwierige Situation. Kinder und Jugendliche erleben es hilfreich, wenn ihre Eltern ebenso informiert, unterstĂĽtzt und aufgefangen werden wie sie selbst.

 

Bereitstellung einer Informationsplattform fĂĽr Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und Psychologische PsychotherapeutInnen

Detaillierte Informationen über Weiterbildungsmöglichkeiten (u.a. i.R. der Weiterbildung Psychologische Schmerztherapie, Schmerz- und Palliativkonferenzen, Weiterbildung Spezielle Schmerztherapie und Palliativseminar) finden Sie unter

http://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de/

Anlaufstellen und Adressen

Fachgesellschaften

Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) 

Arbeitskreis Schmerztherapie bei Kindern der DGSS

Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)

 

Behandlungseinrichtungen und - angebote

Deutsches Kinderschmerzzentrum
Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln
Universität Witten/Herdecke
Dr.-Friedrich-Steiner-Str. 5
45711 Datteln
Tel.: 02363/975-180
E-Mail: kinderklinik-datteln 
http://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de/

DRK Schmerz-Zentrum Mainz
Auf der Steig 16
55131 Mainz
Tel.: 0 6131/9 88-0
E-Mail: drk-schmerz-zentrum
http://www.drk-schmerz-zentrum.de

Schmerzklinik Kiel GmbH & Co KG
Heikendorfer Weg 9-27
24149 Kiel
Tel.: 0431/20099-0
E-Mail: schmerzklinik
http://www.schmerzklinik.de

Schmerzklinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil GmbH
BĂĽrkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 02 34/302-6632 
E-Mail: bergmannsheil
http://www.bergmannsheil.de/1160.0.html?&L=0clas

Georg-August-Universität Göttingen
Georg-Elias-MĂĽller-Institut fĂĽr Psychologie
Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie
Prof. Dr. Birgit Kröner-Herwig
GoĂźlerstr. 14
37073 Göttingen
Tel.: 0551/39-3581 
E-Mail: bkroene 
http://www.psych.uni-goettingen.de/einrichtungen/abteilungen/klinische-psychologie-und-psychotherapie

Verhaltenstherapeutische Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen Schwerpunkt Schmerz im Kindes- und Jugendalter
Prof. Dr. Christiane Hermann, Dipl.-Psych. Silke Leifheit
SĂĽdanlage 30
35390 Giessen
Tel.: 0641/39990644 (AB), 0641-2093300 (Empfang)
E-Mail: Kinderschmerz@psychol.uni-giessen.de
http://www.uni-giessen.de/fbz/fb06/psychologie/weitere-inst/Ambulanz/vtambulanz/Behandlungsschwerpunkte/schmerz

Zentrum Integrative Kinderschmerztherapie und Palliativmedizin
Am Ev. Krankenhaus Alsterdorf
Delfin Kids
Dr. Raymund Pothmann
Alsterdorfer Markt 8 
22297 Hamburg
Telefon: 040 - 500 977 272
E-Mail: delfin-kids
http://www.delfin-kids.de

Palliativ- und Hospizeinrichtungen

Die ständig wachsende Zahl der stationären und ambulanten palliativen Einrichtungen kennzeichnet deren Bedeutsamkeit und die Fortschritte für die Versorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland.
Der Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin Deutschland stellt umfassende und aktuelle Informationen über die vorhandenen stationären Einrichtungen und ambulanten Palliativdiensten in Deutschland zur Verfügung. Dieser Wegweiser wird von R. Sabatowski, L. Radbruch, F. Nauck, J. Roß, B. Zernikow herausgegeben und im Internet (www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de) aktualisiert.

Aktueller Stand der Forschung: 

Wir haben Ihnen zwei relevante Quellen zusammengestellt, die Sie über den aktuellen Stand der Forschung in den Bereichen Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin informieren:

  • Internationale Publikationsliste der Special Interest Group on Pain in Childhood (SIG der International Association for the Study of Pain, IASP)
    Die Special Interest Group (SIG) setzt sich aus nationalen und internationalen KlinikerInnen und ForscherInnen zusammen. Sie hat zum Ziel, das Wissen um Schmerzen im Kindesalter weltweit zu verbreiten, relevante Informationen zur Schmerztherapie zur VerfĂĽgung zu stellen und interdisziplinäre Forschung zu stärken. Die SIG stellt vierteljährlich neue Publikationen im Bereich Schmerz bei Kindern zusammen: www.childpain.org/recentpubs/ . 
    Die SIG gibt auĂźerdem vierteljährlich den Pediatric Pain Letter heraus: www.childpain.org/ppl/ . 

  • Aktuelle Forschungsschwerpunkte und Publikationen der Arbeitsgruppe „Schmerzpsychotherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“
    Die Arbeitsgruppe verfolgt akutell folgende Forschungsschwerpunkte
    – Diagnostik von chronischen Schmerzen im Kindes- und Jugendalter;
    – http://www.deutsches-kinderschmerzzentrum.de/aerztetherapeuten/frageboegen-und-tagebuecher/
    – ĂśberprĂĽfung der Wirksamkeit von ambulanten und stationären multimodalen schmerztherapeutischen Programmen 
    – Spezielle Probleme in der Pädiatrischen Palliativversorgung

Eine Ăśbersicht ĂĽber sämtliche Forschungsprojekte der Arbeitsgruppe finden Sie unter: 

http://www.uni-wh.de/gesundheit/lehrstuhl-kinderschmerztherapie-palliativmedizin/forschung/ 

Die aktuelle Publikationsliste der Arbeitsgruppe findet sich unter: 

http://www.uni-wh.de/gesundheit/lehrstuhl-kinderschmerztherapie-palliativmedizin/publikationen/

 

FĂĽr weitere Anfragen: hechler@uni-trier.de.