Professor Dr. Hans Ulrich Gerbershagen ist am Samstag, den 08.12.2018 nach längerer Krankheit verstorben

 Professor Gerbershagen gründete 1970 in der Universitätsklinik Mainz die erste Schmerzambulanz in Deutschland. Er war 1973 Gründungsmitglied der IASP und 1975 der Deutschen Schmerzgesellschaft (früher: DGSS). Unter seiner Leitung wurde 1981 die erste interdisziplinär arbeitende Schmerzklinik in Mainz gegründet. Professor Gerbershagen arbeitete daran, chronischen Schmerz in seinen ganzen Facetten zu erfassen und begreifen. Weit über die körperlichen Faktoren hinaus war für ihn Schmerz immer eine seelische und auch spirituelle Erfahrung. Schmerztherapie wurde unter seiner Leitung zu einer Aufgabe im Team, zu dem selbstverständlich neben Ärzten auch Psychologen, Physiotherapeuten, Pflegepersonal, Sozialarbeiter und Seelsorger gehörten. In der Diagnostik war er federführend an der Entwicklung des Deutschen Schmerzfragebogens beteiligt, in dem psychometrische Verfahren zur Diagnostik von Anfang an einen hohen Stellenwert hatten. Interdisziplinär zu arbeiten entsprach seiner festen inneren Haltung und wissenschaftlichen Überzeugung, die er auch kompromisslos vertrat. Im DRK Schmerz-Zentrum wurde eine ganze Generation von Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten ausgebildet oder hospitierte dort. Diese Anregungen, Impulse und vor allem die Erfahrung interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Augenhöhe nahmen sie mit in ihre Einrichtungen. Seine Arbeit, Überzeugungen und seine Hartnäckigkeit, mit der er seine Ideen vertrat, prägt bis heute die interdisziplinäre Schmerztherapie. Jedem schmerztherapeutisch Tätigen ist heute das „Mainzer Stadienmodell der Schmerzchronifizierung nach Gerbershagen“ ein Begriff.

Er war ein Pionier in der Schmerztherapie, ein emotionaler Verfechter seiner Überzeugungen. Mit seinem Motto „never trust anybody in medicine“ provozierte er viele Kollegen und regte damit gleichzeitig viele wichtige Diskussionen an. Sehr früh bezeichnete er die Forderung nach „flächendeckender Versorgung der Schmerzpatienten mit Opioiden“ als „flächendeckenden Unsinn“ und bewahrte die Schmerztherapie in Deutschland vermutlich davor, mit schnellen und einfachen Lösungen schwerwiegende Fehler in der Patientenversorgung zu begehen.

Professor Gerbershagen war ein neugieriger und kreativer Wissenschaftler, ein fordernder und sehr inspirierender Chef, ein guter Lehrer, gleichzeitig ein ernster und humorvoller, vor allem ein zugewandter und herzlicher Mensch.

Wir trauern um ihn und wünschen der Familie viel Kraft für den Abschied von ihm.

Dr. Anke Diezemann, Präsidium der DGPSF, Leitende Psychotherapeutin DRK Schmerz-Zentrum Mainz
Dr. Paul Nilges, Ehrenmitglied der DGPSF, ehem. Leitender Psychologe DRK-Schmerz-Zentrum Mainz
Prof. Dr. Michael Hüppe für das Präsidium der DGPSF

Großer Erfolg: „Schmerzpsychotherapie“ als Weiterbildung anerkannt

Auf dem 33. Deutschen Psychotherapeutentag in Berlin wurde am 17. November entschieden, die „Spezielle Schmerzpsychotherapie“ (SSPT) als neuen Bereich in die Muster-Weiterbildungsordnung aufzunehmen. Damit ist ein langjähriges berufspolitisches Ziel erreicht worden. Der nächste Schritt ist nun die Aufnahme der SSPT in die Weiterbildungsordnungen der Psychotherapeutenkammern der einzelnen Bundesländer.  Bislang war die SSPT nur in Rheinland-Pfalz als Weiterbildung anerkannt.

Es kann damit demnächst für alle Absolventen die Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerzpsychotherapie“ geführt werden. Mit der Anerkennung der SSPT als Zusatzbezeichnung ist auch eine verbesserte Anerkennung diese Qualifikation im Medizinsystem verbunden. 

Die zukünftige Weiterbildung SSPT wird in beiden Altersbereichen „Erwachsene“ und „Kinder und Jugendliche“ angeboten werden. Die Bestandteile der Weiterbildung wurden so konzipiert, dass Sie sowohl von angestellten als auch von niedergelassenen PP/KJP gut absolviert werden können. Insbesondere die Anforderungen an die praktische Weiterbildung und die Falldokumentationen werden demnächst geringer sein als im bisherigen Curriculum. 

Hier finden Sie die aktuelle Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer, in der jetzt auch die "Spezielle Schmerzpsychotherapie" mit den geforderten Inhalten der Weiterbildung angeführt ist. Muster-Weiterbildungsordnung der BPtK.

Über die weitere Entwicklung werden wir Sie informiert halten.

Save the date

Die 21. Jahrestagung der DGPSF findet vom 17.-18. Mai 2019 in Gießen statt. Tagungsthema: Schmerz(psycho)therapie - kontrovers?! Tagungspräsidentin ist Prof. Dr. Christiane Hermann.

Jetzt erschienen: Neuauflage MASK-P

MASK-P Buchcover- ein diagnostisches Instrument zur Beurteilung von Schmerzerkrankungen auf psychosozialer Dimension

MASK-P ist für Psychologen und Ärzte ist ein gut strukturiertes Nachschlagewerk im schmerztherapeutischen Bereich sowie als ein Bestandteil im Lernzielkatalog in der Weiterbildung zum Schmerztherapeuten unerlässlich.

MASK-P gibt Psychologen und Ärzten ein diagnostisches Instrument an die Hand, Schmerzen im Sinne einer multimodalen Schmerzdiagnostik und – therapie systematisch zu dokumentieren.

MASK-P dient als wesentliche Ergänzung des ICDs und ermöglicht, ICD Schmerzdiagnosen wesentlich differenzierter und handlungsrelevant darzustellen. 

Struktur- und Qualitätskriterien für Schmerzbehandlung

Die Schmerz-Fachgesellschaften haben sich auf gemeinsame Struktur- und Qualitätskriterien für stationäre und ambulante Schmerzbehandlungseinrichtungen geeinigt. Die Zusammenarbeit mit Schmerzpsychotherapeuten ist für Kliniken und Praxen für spezielle Schmerzmedizin verpflichtend. Neu aufgenommen wurde die "Schmerzpsychotherapeutische Einrichtung" als Institution der ambulanten Versorgung (neben ärztliche Praxen), d.h. Psychologisch-Psychotherapeutische Praxen mit Behandlungsschwerpunkt Schmerz.

Zum Download hier....

Warum wir eine Weiterbildung Schmerzpsychotherapie brauchen

Ein Artikel zum Thema "Weiterbildung Schmerztherapie" von Dr. Paul Nilges erschien in Psychotherapie Aktuell, 1/2016. Danke an die DPtV für die Möglichkeit, den Artikel hier zum Download anzubieten.
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Programm Jahrestagung 2013 der DGPSF

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Deadline verlängert bis zum 11.5.2013:

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